Es klingt zu schön um wahr zu sein: Das Märchen vom Erfolg über Nacht. Wer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann von heute auf morgen erfolgreich werden. Reichtum, Anerkennung, glückliche Beziehungen – alles nur eine Frage des perfekten Timings?

Der nachfolgende Beitrag ist ein Gastbeitrag von Rebecca Keller vom Blog www.frei-mutig.de.

Erfolg kommt nicht über Nacht

Leider ist es nicht so einfach. Erfolg ist nicht das Ergebnis eines besonderen Ereignisses oder einer einzigen Handlung.

Erfolg ist vielmehr das Resultat vieler guter Entscheidungen, die wir über einen längeren Zeitraum hinweg treffen.

Ob Du erfolgreich sein wirst oder nicht – egal ob beruflich oder privat -, hängt vor allem davon ab, welche Entscheidungen Du regelmäßig triffst. Oder einfacher gesagt: Von Deinen Gewohnheiten.

Gewohnheiten machen Dein Leben leichter

Jeder von uns hat seine Gewohnheiten. Mit ihnen entlasten wir das Gehirn von wiederkehrenden Entscheidungen. Die Entscheidungen, die uns in der Vergangenheit regelmäßig gute Ergebnisse gebracht haben, werden mit der Zeit zu Gewohnheiten.

Tägliches Duschen, Zähne putzen, Frühstück machen – das meiste, was wir tun, läuft so gut wie automatisch ab. Wir müssen gar nicht mehr darüber nachdenken, was wir tun müssen. Doch darin liegt auch der Haken: Denn nicht jede Gewohnheit ist gut für uns.

Mit Gewohnheiten zum Erfolg

Ohne bewusste Entscheidung schleichen sich auch Gewohnheiten in unseren Alltag, die auf lange Sicht negative Wirkungen haben können: Zu viel Zeit am Smartphone, reichlich ungesundes Essen und zu wenig Bewegung tun uns auf Dauer nicht gut. Und selbst wenn wir irgendwann bewusst etwas anders machen wollen, fallen wir leicht wieder in schlechte Gewohnheiten zurück. Deshalb müssen wir gut auf unsere Handlungen aufpassen, denn sie können zur Routine werden.

Den Gewöhnungseffekt können wir uns aber auch zunutze machen, denn einige Gewohnheiten bringen uns langfristig gesehen wie im Autopilot voran: Ob es um Ernährung, Bewegung, Arbeit oder Beziehungen geht – gute Gewohnheiten machen es leicht, gut mit unserem Körper, unseren Ressourcen und unseren Mitmenschen umzugehen.

Gute Gewohnheiten bringen Dich jeden Tag ein Stückchen näher dorthin, wo Du sein möchtest. Unabhängig davon, wie Deine persönlichen Ziele aussehen. Sechs gute Gewohnheiten können Deinen Erfolg so richtig pushen:

6 gute Gewohnheiten, die Deinen Erfolg pushen

Ziele setzen und erreichen - Wie geht das überhaupt?

1. Früh aufstehen

Eine der besten Erfolgsgewohnheiten ist es, sehr früh aufzustehen. Im Unterschied zum Langschläfer hat der Frühaufsteher zwei große Vorteile auf seiner Seite:

Nach dem Aufstehen hast Du maximale Entscheidungskraft. Im Laufe des Tages nimmt Deine Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen, mit jeder einzelnen Entscheidung ab. Man spricht auch davon, dass sich Entscheidungsmüdigkeit aufbaut.

Am frühen Morgen kannst Du also die besten Entscheidungen treffen. Außerdem hast Du morgens noch die Ruhe, diese in die Tat umzusetzen. In den Morgenstunden herrscht noch keine Hektik, Du wirst nicht ständig unterbrochen. Im Laufe des Tages nehmen die Anforderungen der Welt an Dich dann stetig zu: Deine Familie, Deine Kollegen, Deine Freunde – alle wollen etwas von Dir.

Der Morgen ist deshalb die perfekte Zeit für die Dinge, die Dir wichtig sind, zu denen Du aber später nicht mehr kommst – Sport treiben, lesen, schreiben, planen, meditieren, kreativ sein, Deine Selbständigkeit aufbauen. All die Projekte, für die Du am Abend zu müde oder zu unmotiviert bist. Wenn Du früh aufsteht, hast Du genug Zeit dafür.

2. Dein Bett machen

Eine weitere Gewohnheit, die Deinen Erfolg pushen kann: Mach jeden Tag Dein Bett.

Es dauert nur wenige Minuten und setzt die Weichen des neuen Tages direkt in Richtung Erfolg. Warum?

Zum einen bringt ein gemachtes Bett ein großes Stück Ordnung in Dein Schlafzimmer. Doch das Morgenritual kann noch viel mehr:

Wenn Du diese eine Aufgabe erledigst, noch bevor Du das Haus verlässt oder ins Homeoffice wechselst, entwickelst Du Traktion. Das bedeutet, dass es Dir danach leichter fallen wird, noch mehr Aufgaben zu erledigen.

Es ist ein physikalisches Gesetz: Anfangen ist immer das Schwierigste. Doch einmal in Bewegung rollt ein Wagen fast von allein weiter und es braucht viel Energie, um ihn wieder zu stoppen.

Mit jeder erledigten Aufgabe wird Dir die nachfolgende einfacher fallen. Du baust das notwendige Selbstvertrauen auf, um immer schwierigere Aufgaben anzugehen.

Wenn Du nach dem Lesen dieses Artikels nur eine Gewohnheit dieser Liste in Deinen Alltag übernimmst, dann empfehle ich diese. Denn selbst für den (unwahrscheinlichen) Fall, dass Du anschließend nicht zur produktiven Höchstform aufläufst und das Bett das einzige ist, was Du heute machst: Zumindest steigst Du abends in ein gemachtes Bett.

3. Den Tag vorausplanen

Schreibe dir deine Ziele auf

Eine weitere Gewohnheit erfolgreicher Menschen: Sie überlassen ihren Erfolg nicht dem Zufall oder anderen Menschen. Erst recht nicht, womit sie sich jeden Tag beschäftigen. Vielmehr wissen sie, dass ihre Zeit kostbar ist, und deshalb planen sie ihren Arbeitstag.

Jede Minute, die Du in die Planung steckst, wird Dir später in der Umsetzung ein Vielfaches an Zeit einsparen. Durch Planen kannst Du Abläufe vorwegnehmen, Prioritäten festlegen und zielgerichtet an die Umsetzung von Projekten gehen. Mit einem Plan lässt Du Dich auch nicht mehr so leicht von Unwichtigem ablenken.

Wer einen Plan erstellen will, stellt fest, dass er vorher sein Ziel festlegen muss. Die meisten Menschen können ihre Ziele aber gar nicht konkret benennen. Deshalb wissen sie auch nicht, wie sie auf ihr Ziel hinarbeiten können oder ob sie gar dagegen wirken.

Mach es besser und nimm Dir die Zeit, um Deine Ziele aufzuschreiben. Anschließend kannst Du ihre Verwirklichung planen und alle Deine Bemühungen auf die Zielerreichung fokussieren.

Am besten planst Du Deinen Tag bereits am Vortag. Denn dann arbeitet Dein Unterbewusstsein während der Nacht bereits an der Lösung Deiner Aufgaben. Am nächsten Morgen wachst Du sehr wahrscheinlich mit einer guten Idee auf. In jedem Fall aber wirst Du die Aufgaben, die Du Dir vorgenommen hast, strategisch angehen.

4. Das Wichtigste zuerst

Es ist einfach, den Tag mit Social Media zu beginnen, im Büro zunächst die Nachrichten und E-Mails zu lesen oder einen Kaffeeklatsch mit den Kollegen zu halten. Deswegen machen es auch die meisten. Doch erfolgreiche Menschen haben eine andere Gewohnheit etabliert: Sie beginnen ihren Arbeitstag mit der wichtigsten Aufgabe.

Der Erfolgsbuchautor Bryan Tracy nennt das Prinzip „Eat the Frog“. Du solltest Dir die dickste Kröte immer zuerst vornehmen. Tracy, der die Gewohnheiten erfolgreicher Menschen jahrzehntelang studiert hat, weiß: Aufschieben bringt nichts und ist sogar kontraproduktiv.

Denn auch wenn es sich um eine verdammt unangenehme Aufgabe handelt – irgendwann musst Du sie sowieso erledigen. Warum sie also nicht gleich hinter sich bringen?

Wenn Du mit der schwierigsten Aufgabe des Tages beginnst und sie anschließend von der To-Do-Liste streichen kannst, wirst Du Dich großartig fühlen. Kein Herumlavieren und Ausweichen mehr den ganzen Tag hinweg. Kein schlechtes Gewissen bis zur letzten Gelegenheit und keine Last-Minute-Nachtschicht. Es ist befreiend. Und alle weiteren Aufgaben werden Dir wie das reinste Kinderspiel vorkommen.

Am besten führst Du gleich morgens das schwierige Telefonat, formulierst die wichtige E- Mail oder suchst das Gespräch mit Deinem Vorgesetzten. Danach kannst Du Dich auch mit einer Tasse Kaffee belohnen.

5. Dankbarkeit pflegen

Dankbarkeit pflegen

Bei den zahllosen im Netz kursierenden Tipps, die Erfolg versprechen, kommt eine gute Gewohnheit meist zu kurz: Das Pflegen von Dankbarkeit. Häufig liegt dahinter der Irrglaube, man müsse erst finanziell erfolgreich werden, um überhaupt dankbar sein zu können. Doch genau das ist falsch.

Erstens sagt finanzieller Erfolg noch nicht viel über ein erfolgreiches Leben aus. Viele extrem wohlhabende Menschen sind todunglücklich. Erfolg ist eben mehr als ein Kontostand. Zweitens kann Dir Dankbarkeit dabei helfen, ein glückliches Leben zu führen, wie es folgendes Zitat auf den Punkt bringt:

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

Sir Francis Bacon

Jeder von uns hat etwas im Leben, wofür er dankbar sein kann – ein Dach über dem Kopf, Schulbildung, eine schnelle Internetverbindung. Verglichen mit dem Schicksal der meisten Menschen auf dieser Welt ist das nicht selbstverständlich.

Doch jedes Glück ist zerbrechlich und schon morgen kann alles anders sein. Ein Unfall, eine Diagnose, ein Versehen – und genau das, was wir heute als normal ansehen, ist unwiederbringlich vernichtet.

Was würdest Du Dir sehnlichst herbeiwünschen, wenn es plötzlich nicht mehr da wäre? Serien, Smartphone, Schokolade? Die Frage nach dem, wofür wir dankbar sein können, lässt erkennen, was uns lieb und teuer ist. Durch das Pflegen von Dankbarkeit lernen wir, die kleinen und großen Freuden unseres Lebens schon heute wertzuschätzen.

Mein Tipp: Führe ein Dankbarkeits-Tagebuch. Darin notierst Du jeden Abend drei Dinge, für die Du dankbar bist. Das kann alles sein: Ein gutes Gespräch mit einem Freund, die unerwartete Unterstützung von jemandem oder dass Du über Dich hinausgewachsen bist.

Selbst für (vermeintlich) negative Dingen kannst Du lernen dankbar zu sein. Etwa, weil Du aus einem Fehler für die Zukunft lernst oder Dich eine unangenehme Situation gezwungen hat, Dein Leben zu verändern.

6. In Dich investieren

Dass Du regelmäßig Geld investieren solltest, um Vermögen aufzubauen, ist sicher keine Neuigkeit für Dich. Weniger auszugeben als man verdient und den Rest in Vermögenswerte zu investieren, ist der Grundbaustein für finanziellen Erfolg. Die Gewohnheit, regelmäßig zu investieren, lässt sich aber auch jenseits von Börse und Co. gewinnbringend anwenden.

Im Prinzip kannst Du alles, was Du in der Gegenwart für eine bessere Zukunft tust, als erfolgreiche Investition ansehen. Sei es eine ausgewogene, möglichst natürliche Ernährung und genug Bewegung für einen gesunden Körper. Sei es durch laufende fachliche Qualifikation, um in Deinem Beruf einer der Besten zu werden. Sei es, indem Du Dich privat als Persönlichkeit weiterentwickelst.

Mach es Dir zur Gewohnheit, in Dich zu investieren – In Deine Gesundheit, Deine Bildung, Dein Kommunikationsfähigkeit, Deine Beziehungen, Deine Herzensprojekte. Diese Investitionen werden sich garantiert auf lange Sicht bezahlt machen. Möglicherweise nicht immer (aber auch) in einem höheren Einkommen. Ganz sicher aber in größerem Wohlbefinden, mehr Zufriedenheit und höherer Lebensqualität. Auch eine Definition von Erfolg.

Über die Autorin

Rebecca von frei-mutig.de

Rebecca Keller schreibt auf Frei-mutig darüber, wie jeder mit Minimalismus, guten Gewohnheiten, unterstützenden Finanzen und Auszeiten vom Alltag einfach besser leben kann. Ihre Texte inspirieren dazu, alle Bereiche des Lebens auszumisten, um für die wirklich wichtigen Dinge mehr Zeit, Energie und Geld zu gewinnen.

Rebecca wohnt mit ihrem Freund in Münster. Wenn sie gerade nicht schreibt, verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit ihrer Familie und Freunden, im Garten zusammen mit einem guten Buch oder im Pferdestall.

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