Die Preise schießen in die Höhe, vom Gehalt bleibt immer weniger übrig und das Geld auf dem Girokonto schmilzt dahin. Die Inflation in Deutschland ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Einige Experten sprechen sogar von einer historischen Rekordinflation seit der Hyperinflation im Jahr 1923.

Deshalb erklären wir dir im heutigen Beitrag, wie man sein Geld vor Inflation schützen kann. Wir geben dir hilfreiche Tipps und erläutern, wie es zu einer Inflation kommt.

Was ist Inflation?

Doch was ist eigentlich Inflation? Man spricht immer dann von Inflation, wenn sich die Preise von Produkten erhöhen, die Löhne und Gehälter aber langsamer ansteigen als die Verbraucherpreise.

Bei einer Inflation nimmt deine Kaufkraft ab. Das heißt du bekommst für den gleichen Geldwert weniger als zuvor. So kostet z.B. eine Kugel Eis oder ein Liter Benzin heutzutage mehr als vor einigen Jahren.

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Inflation. Man unterscheidet zwischen einer Geldmengeninflation, Nachfrageinflation und Angebotsinflation.

Bei einer Geldmengeninflation kommt es zu Preissteigerungen aufgrund der erhöhten Geldmenge, die sich im Umlauf befindet. Die Zentralbanken drucken hierbei neues Geld, was den Wert einer einzelnen Währungseinheit verringert. Zu einer Nachfrageinflation kommt es, wenn die Nachfrage nach Gütern das Angebot übersteigt. Bei gleichbleibendem Angebot und erhöhter Nachfrage steigen die Preise der einzelnen Güter. Eine Angebotsinflation wird hingegen durch Preissteigerungen auf der Angebotsseite ausgelöst: Zum Beispiel wenn Unternehmen höhere Lohnkosten über erhöhte Produktpreise an die Verbraucher weitergeben.

Wie wird die Inflationsrate ermittelt?

In Deutschland wird die Inflationsrate vom statistischen Bundesamt mithilfe eines Verbraucherpreisindex errechnet. Ein solcher Index betrachtet die Preisentwicklung einer Auswahl von verschiedenen Gütern über einen bestimmten Zeitraum.

Zur Berechnung der allgemeinen Inflationsrate wird ein fiktiver Warenkorb erstellt. Anschließend wird die prozentuale Steigerung des Gesamtpreises im Vergleich zum Vorjahr ermittelt. Daraus ergibt sich die Inflationsrate.

Da die Inflationsrate aus einer Zusammenstellung von bestimmten Produkten errechnet wird, ist nicht jedes Produkt gleichermaßen von Preissteigerungen betroffen. Deshalb ist auch nicht jeder Verbraucher gleich stark von der Inflation betroffen. Beispielsweise kaufen Singles andere Produkte ein als Familien.

Hohe Inflation und niedrige Zinsen

Hohe Inflation und niedrige Zinsen

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Inflationsrate im September 2022 bei 10 Prozent. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahresmonat also um durchschnittlich 10 Prozent gestiegen. Im Juli 2022 lag die Inflationsrate noch bei 7,5 Prozent. In der momentanen Situation steigen vor allen Dingen die Preise für Lebensmittel und Energie.

Generell halten Ökonomen eine Inflationsrate von zwei Prozent als angemessen für ein gesundes Wirtschaftswachstum. Verbraucher und Unternehmen werden bei einer gesunden Inflation dazu ermutigt, Anschaffungen und Investitionen zeitnah zu tätigen, was wiederum gut für die Wirtschaft ist.

Von diesen zwei Prozent Inflationsrate sind wir jedoch weit entfernt.

Wie kommt es zu der hohen Inflation?

Die aktuell hohe Inflation lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen auf den Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Stopp der Gaslieferungen aus Russland und zum anderen auf die immer noch unterbrochenen Lieferketten als Folge der Corona-Pandemie.

Durch den Wegfall des günstigen Gas aus Russland steigen nicht nur die Energiekosten der Privatpersonen sondern auch die der Unternehmen. Die Unternehmen geben diese zusätzlichen Kosten an ihre Kunden weiter, wodurch die Inflation weiter anzieht. Wie sehr die Erzeugerpreise steigen, kannst du dir auf der Website des statistischen Bundesamts ansehen.

Die hohe Inflation ist problematisch, weil sie nicht nur die Stimmung der Konsumenten und somit das Wirtschaftswachstum dämpft, sondern auch wegen der niedrigen Zinsen für einen Vermögensverlust sorgt.

Viel Geld liegt auf Giro- und Tagesgeldkonten

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Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen im vergangenen Jahr mehr als 2,9 Billionen Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten. Das ist in Zeiten einer hohen Inflation bei niedrigen Zinsen eine schlechte Idee.

Denn das Problem einer hohen Inflation ist der Kaufkraftverlust. Wenn du einen großen Teil deines Vermögens auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto parkst, können die Zinsen, die du dafür erhältst, den Kaufkraftverlust nicht ausgleichen, wodurch du in Realität immer ärmer wirst.

Geld vor Inflation schützen – 3 Tipps

Nun möchten wir dir 3 hilfreiche Tipps geben, um dein Geld vor der Inflation zu schützen.

Bestimme deine persönliche Inflationsrate

Wie oben erklärt, ist die allgemeine Inflationsrate nicht unbedingt auf jeden einzelnen Verbraucher übertragbar. Deine persönliche Inflationsrate hängt nämlich von den Produkten ab, die du einkaufst.

Wenn du beispielsweise kein Auto fährst, bist du nicht direkt von den höheren Spritpreisen betroffen, wodurch deine Inflationsrate möglicherweise geringer ist als die eines Durchschnittsbürgers.

Es ist deshalb vorteilhaft, sich die Preissteigerungen der Produkte anzusehen, die man regelmäßig einkauft. So weißt du, wo die Inflation dich am meisten betrifft und kannst dementsprechend handeln. Außerdem erfährst du, welche Güter du weiterhin unbesorgt kaufen kannst, weil die Preise hier nicht so stark gestiegen sind.

Wie sehr dich die Inflation persönlich betrifft, kannst du anhand der einzelnen Kategorien auf der Seite des Statistischen Bundesamts ermitteln. Dort werden die Preissteigerungen häufig gekaufter Güter angezeigt. Ebenfalls empfehlenswert ist der persönliche Inflationsrechner des Statistischen Bundesamts, mit dem du deine persönliche Inflationsrate berechnen kannst.

Lege Geld zur Seite – Geld vor Inflation schützen

Idealerweise sollte du drei Netto-Monatsgehälter zur Seite legen. Dieser „Notgroschen“ ist wichtig, sodass du im Notfall, z.B. falls etwas kaputt geht oder die Preise noch weiter steigen, finanziell handlungsfähig bleibst. Das ist enorm wichtig, damit du in besonderen Situationen nicht auf dein investiertes Geld zurückgreifen musst. Am besten eignet sich dafür ein flexibles Tagesgeldkonto.

Zu viel Geld solltest du in Zeiten der hohen Inflation aber auch nicht auf dein Tagesgeldkonto legen. Weil die Zinsen sehr niedrig sind, können sie den Kaufkraftverlust durch die Inflationsrate bei weitem nicht ausgleichen. Drei Netto-Monatsgehälter sind im Normalfall ausreichend. Den Rest solltest du in Sachwerte investieren.

Investiere den Rest in Sachwerte

Um Geld vor der Inflation zu schützen, musst du es anlegen und eine Rendite erzielen, die über der Inflationsrate liegt. Andernfalls verliert dein Geld an Kaufkraft. Da traditionelle Sparanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld kaum Zinsen zahlen, solltest du dein Geld in Sachwerte investieren. Sachwerte begründen im Gegensatz zu Sparanlagen echtes Eigentum. Zu den beliebtesten Sachwerten zählen Aktien, Immobilien und Gold.

Bei einer Investition in Sachwerte ist es wichtig, sein Investment zu diversifizieren. Das heißt, du solltest nicht alle Eier in einen Korb legen. Investiere beispielsweise nicht dein komplettes Kapital in eine einzige Aktie, sondern verteile es auf verschiedene Aktien bzw. Anlageklassen. So streust du das Verlustrisiko und optimierst gleichzeitig deine Rendite. Mit einer guten Diversifikation gleichen sich Schwankungen aus, das Risiko wird minimiert und du erzielst langfristig die beste Rendite.

Inflationsschutz mit diesen Geldanlagen

In Immobilien investieren
Immobilien gelten als Inflationsschutz.

Im nachfolgenden Abschnitt stellen wir dir mehrere Möglichkeiten vor, mit denen du dein Geld langfristig vor Inflation schützen kannst.

Aktien und ETFs – Geld vor Inflation schützen

Mit Aktien lassen sich im Durchschnitt hohe Renditen von bis zu 7 Prozent pro Jahr erzielen. Dank solcher Renditen lässt sich die Inflationsrate mehr als ausgleichen. Weil Aktienkurse im Grunde genommen Preise für Unternehmen sind, steigen diese ebenfalls, wenn viel Geld im Umlauf ist.

Die Inflation kann Unternehmen allerdings auch belasten, weil z.B. die Produktionskosten steigen und so weniger Gewinn erzielt wird. So etwas sehen die Aktionäre nicht gern, weshalb die Aktienkurse bei hoher Inflation durchaus in den Keller gehen können. Langfristig sind Aktien aber immer noch die beste Möglichkeit, sein Geld vor der Inflation zu schützen.

Zudem geben viele Unternehmen die Preiserhöhungen an ihre Kunden weiter, sodass die Aktionäre eine höhere Dividende erhalten, welche den Kaufkraftverlust wieder ausgleicht. Voraussetzung ist natürlich, dass man in dividendenzahlende Unternehmen investiert.

Am einfachsten ist die Investition in Aktien über einen ETF. Ein ETF bündelt mehrere hundert oder tausend Aktien und ist somit ausreichend diversifiziert. Mit einem ETF kannst du relativ einfach und risikolos in den Aktienmarkt investieren und dein Geld vor Inflation schützen. Außerdem brauchst du dir keine Gedanken mehr um die Auswahl der richtigen Aktien machen.

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Inflationsgeschützte Anleihen

Inflationsgeschützte Anleihen sind eine weitere Möglichkeit, Geld inflationssicher anzulegen. Sie sind unter verschiedenen Namen bekannt: inflationsgebundene Anleihen oder inflationsindexierte Wertpapiere – alle Begriffe meinen das Gleiche.

Bei inflationsgeschützten Anleihen gibst du z.B. dem Staat einen Kredit über eine längere Laufzeit. Im Gegenzug erhältst du Zinsen, die sich an der Höhe der Verbraucherpreise orientieren. Dadurch bleibt die Kaufkraft deines geliehenen Geldes trotz der Inflation konstant.

Wie es bei der Geldanlage üblich ist, orientiert sich die Rendite an dem Risiko. Je unsicherer die finanzielle Situation eines Kreditnehmers ist, desto höher ist die Rendite.

Da beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland als Kreditnehmer sehr vertrauenswürdig ist, wirst du für dein geliehenes Geld kaum Zinsen über den Inflationsausgleich hinaus erhalten. Du wirst mit den inflationsgeschützten Anleihen deshalb kein Vermögen aufbauen können. Kaufkraft verlieren wirst du aber auch nicht.

Deshalb solltest du nur einen Teil deines Geldes in die verhältnismäßig risikolosen Anleihen investieren, sonst verschenkst du wertvolle Rendite.

Gold – Geld vor Inflation schützen

Gold - Geld vor Inflation schützen

Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Doch bei Gold als Inflationsschutz solltest du vorsichtig sein. Der Goldpreis ist seit 2019 stark gestiegen, was eine Investition teuer macht. Außerdem schwankt der Preis für das gelbe Edelmetall stark.

Mit Gold lässt sich langfristig nicht so eine gute Rendite erzielen wie mit Aktien. Aus diesem Grund eignet Gold eher zu langfristigen Werterhaltung und nicht als kurzfristiger Inflationsschutz.

Immobilien und Immobilien-ETFs

Besonders beliebt sind auch Immobilien als Inflationsschutz. In der Regel kauft man sich dafür ein Haus oder eine Wohnung. Allerdings ist eine solche Investition nur interessant, wenn man ohnehin genug Geld für das sogenannte „Betongold“ hat.

Für viele Kleinanleger ist diese direkte Form des Investments nicht empfehlenswert. Als Alternative eignen sich ETFs mit einem Schwerpunkt auf die Immobilienbranche.

Bei Immobilien solltest du ausreichend diversifizieren. Falls du dein gesamtes Kapital in eine einzige Immobilie investierst, ist dies ein enormes Klumpenrisiko. Schließlich ist nicht garantiert, dass deine Immobilie im Wert steigen wird.

Den optimalen Inflationsschutz hast du, wenn du deine Immobilie vermietest und die Miete regelmäßig um die Inflationsrate erhöhst.

Fazit: Geld vor Inflation schützen

Wie du siehst, gibt es mehrere Möglichkeiten, dein Geld inflationssicher anzulegen. Mit vielen dieser Geldanlagen kannst du dein Vermögen nicht nur vor der Inflation schützen, sondern auch vermehren. Sicher ist auf jeden Fall, dass du Geld verlierst, wenn du es weiterhin auf dem Girokonto lässt.

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