Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Wenn du Aktien besitzt, bist du ein sogenannter Aktionär und dir gehört ein Teil des jeweiligen Unternehmens. Aktien sind deshalb Wertpapiere, die deinen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbriefen.

Oft werden die Unternehmensanteile (Aktien) auch an Börsen gehandelt, wodurch sich die Aktiengesellschaft neues Eigenkapital für z.B. Investitionen beschaffen kann.

Dieser Beitrag ist Teil des Erfolgsquelle-Börsenlexikons.

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Welchen Arten von Aktien gibt es?

Tatsächlich gibt es nicht nur die eine „Aktie“, sondern unterschiedliche Arten von Aktien. Man unterschiedet zwischen Stammaktien, Vorzugsaktien, Inhaberaktien, Namensaktien, Nennwertaktien und Stückaktien. Außerdem gibt es noch junge und alte Aktien. Was sich hinter diesen ganzen Begriffen verbirgt, erfährst du jetzt.

Stammaktien

Wenn du über Aktien sprichst, meinst du in der Regel die sogenannten Stammaktien. Für viele ist eine Stammaktie deshalb die normale Art der Aktien, die keine Besonderheiten hat.

Als Eigentümer einer solchen Aktie hast du ein Stimmrecht, welches du auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung deines Unternehmens ausüben kannst. Somit darfst du in der Aktiengesellschaft mitreden, auch wenn deine Stimme im Normalfall nur eine unter tausenden ist.

Vorzugsaktien

Bei den Vorzugsaktien handelt es sich um eine etwas andere Art der Aktien. Hier verzichtest du in der Regel auf dein Stimmrecht, um im Gegenzug eine saftigere Dividende zu bekommen. Du wirst dank deiner Vorzugsaktien stärker am Gewinn des Unternehmens beteiligt als die anderen Aktionäre.

Auf der Hauptversammlung kannst du jedoch aufgrund deines Verzichts bezüglich der Stimmrechte nicht an unternehmensrelevanten Abstimmungen teilnehmen.

Inhaberaktien

Inhaberaktie
Inhaberaktie der Altenburger und Stralsunder Spielkarten-Fabriken AG | Quelle

Sogenannte Inhaberaktien sind eine etwas anonymere Form der Namensaktien. Was Namensaktien sind, erfährst du gleich. Inhaberaktien sind jedenfalls das Gegenstück zu Namensaktien.

Als Anteilseigner mit Inhaberaktien wirst du nicht im Aktienregister der jeweiligen Aktiengesellschaft notiert. Der Vorstand des Unternehmens kann deshalb keinen direkten Einfluss auf dich nehmen.

Weil Inhaberaktien lediglich auf den Inhaber der Aktie lauten und keine Eintragung ins Aktienregister erfolgt, sind sie besonders einfach handelbar. Zudem muss die Aktiengesellschaft bei einem Verkauf der Aktien nicht erst zustimmen.

Deine Aktionärsrechte kannst du mit einer Inhaberaktie trotzdem geltend machen. Einladungen zu Hauptversammlungen erhältst du als Eigentümer von Inhaberaktien über deine Depotbank und nicht direkt vom Unternehmen. Gleiches gilt für wichtige Mitteilungen an die Aktionäre, von denen du meist erst über die öffentlichen Medien Wind bekommst.

Namensaktien

Namensaktien sind wie bereits erwähnt das Gegenstück zu den Inhaberaktien. Dementsprechend bist du als Aktionär mit Namensaktien im Aktienregister des Unternehmens eingetragen. Die Aktiengesellschaft kommuniziert hierbei auch über direktem Wege mit dir.

Für den Vorstand einer Aktiengesellschaft sind Namensaktien sehr vorteilhaft, da so besonders einfach überprüft werden kann, wie viele Aktien ein jeweiliger Aktionär hält und ob dieser beispielsweise eine Übernahme des Unternehmens plant, indem er innerhalb kürzester Zeit sehr viele Aktien erwirbt.

Neben der normalen Namensaktie gibt es auch die Sonderform der „vinkulierten Namensaktie“, bei welcher die Aktiengesellschaft jedem Verkauf zustimmen muss, um sich vor einer feindlichen Übernahme zu schützen.

Nennwertaktien

Nennwertaktien haben grundsätzlich einen bestimmten Wert aufgedruckt. Laut dem deutschen Aktiengesetz muss dieser Nennwert mindestens 1 € betragen.

Obwohl der Nennwert einer Nennwertaktie immer gleich bleibt, kann ihr entsprechender Aktienkurs an der Börse dauerhaft schwanken, je nachdem wie sich Angebot und Nachfrage verhalten.

Info: Bei mehr Verkäufern als Käufern einer Aktie fällt der Kurs. Bei mehr Käufern als Verkäufern steigt dieser.

Stückaktien

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Nicht jede Aktie ist zwangsläufig auch eine Nennwertaktie. Viel häufiger kommt es vor, dass es sich um eine sogenannte Stückaktie handelt, die über keinen konkreten Wert verfügt, sondern ihren Wert durch einen prozentualen Anteil am Grundkapital des Unternehmens definiert.

Beide Aktienarten, also Nennwert- und Stückaktien kann es bei einer Aktiengesellschaft nicht geben. Es muss sich für eine der beiden Aktienarten entschieden werden.

Stückaktien wurden in Deutschland übrigens erst im Jahr 1998 für den freien Handel zugelassen, weshalb sie in anderen Ländern wie den USA und Kanada im Vergleich zu Deutschland deutlich populärer sind.

Junge und alte Aktien

Um die Frage „Was sind Aktien und welche Aktienarten gibt es?“ noch genauer zu beantworten, sollten wir uns auch mit den jungen und alten Aktien auseinandersetzen.

Junge Aktien brauchen im Gegensatz zu den alten noch keinen Gehstock und keine Brille… Nein, Spaß beiseite! Bei jungen Aktien handelt es sich um Aktien, die nach einer Kapitalerhöhung herausgegeben wurden. Bei alten Aktien ist es demzufolge anders herum: Diese wurden vor einer Kapitalerhöhung an den Aktienmarkt gebracht.

Wenn du als Aktionär zu den alten Hasen gehörst, die bereits vor einer Kapitalerhöhung an Board waren, bekommst du in der Regel einen Vorzugspreis, durch den du die neuen Aktien zu einem billigeren Aktienkurs kaufen kannst.

Was sind Aktien wert?

Wie viel eine einzige Aktie wert ist, hängt generell davon ab, wie hoch das Eigenkapital der dazugehörigen Aktiengesellschaft ist und wie viele Aktien es insgesamt gibt. Den Wert einer Aktie kannst du ermitteln, indem du das Eigenkapital des Unternehmens durch die Anzahl seiner herausgegebenen Aktien teilst.

Beispiel: Eine Aktiengesellschaft, an der du beteiligt bist, hat 1 Millionen Anteile. Jede deiner Aktien würde in diesem Fall einen ein Millionstel-Anteil am Unternehmen repräsentieren. Wenn du 1000 Aktien besitzen würdest, würde dir 1 Prozent der kompletten Aktiengesellschaft gehören.

Sobald eine Aktiengesellschaft mit ihren Anteilen hingegen an die Börse geht, spielt nicht mehr primär der Nennwert einer Aktie die entscheidende Rolle, sondern ihr Aktienkurs. Denn dieser ist der Preis, zu dem die Aktie ihren Besitzer wechselt, auch wenn der Nennwert den eigentlich Wert einer Aktie angibt.

Aktien für die Geldanlage

In den heutigen Zeiten der Niedrigzinsen spielen Aktien eine immer größer werdende Rolle für den nachhaltigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge. Auch eher risikomeidende Anleger greifen heutzutage zu Aktien, da mit dem Festgeld- oder Tagesgeldkonto eben keine Gewinne mehr erzielt werden können.

Die Zeit der Zinsen ist vorüber und neue Wege müssen eingeschlagen werden, um das eigene Geld für sich arbeiten zu lassen.

Als Aktionär kannst du über zwei verschiedene Wege Gewinn machen: Zum einen kannst du durch eine pro Aktie ausgeschüttete Dividende am Gewinn des Unternehmens beteiligt werden und zum anderen von den Kurssteigerungen deiner Anteile an der Börse profitieren.

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass du nur dann realen Gewinn machst, wenn du die Aktie zu einem höheren Kurs verkaufst als du sie gekauft hast. Außerdem schmälern Ordergebühren deinen Gewinn.

Da Aktienkurse regelmäßig schwanken können und direkt mit deinem investieren Geld in Verbindung stehen, solltest du nur dann in Anteile eines Unternehmens investieren, wenn du dein Geld für einen längeren Zeitraum nicht mehr benötigst (5 Jahre oder mehr).

Mit einer langfristigen Anlagestrategie sind pro Jahr rund 6 bis 8 Prozent Vermögenszuwachs am Aktienmarkt möglich.

Vor- und Nachteile von Aktien

Vor- und Nachteile von Aktien
Die Vor- und Nachteile von Aktien als Geldanlage

Jede Geldanlage hat ihre Vor- und Nachteile. Wie sieht´s mit den Aktien aus?

Die Vorteile von Aktien:

  • Aktionärsrechte, z.B. Mitbestimmung in einem Unternehmen
  • Beteiligung am Gewinn eines großen Unternehmens durch Dividende
  • Transparenz: Börsengelistete Aktiengesellschaften müssen Ad-hoc-Mitteilungen veröffentlichen
  • Verfügbarkeit: Aktien sind jederzeit an der Börse handelbar

Die Nachteile von Aktien:

  • Risikokonzentration: Da du in ein einziges Unternehmen investierst, wird das Risiko nicht gestreut und du bist allein von der Entwicklung dieses Unternehmens abhängig
  • Verlustrisiko: Aktienkurse schwanken regelmäßig, weshalb du Verlust machen könntest
  • Insolvenz: Da das Aktienkapital einer Aktiengesellschaft auch gleichzeitig das Grundkapital ist, kann es bei einer Insolvenz dazukommen, dass du dein gesamtes investiertes Geld verlierst
  • Stimmgewicht: Großaktionäre haben mit ihren Stammaktien oft sehr beherrschende Mitbestimmungsrechte gegenüber den Kleinanlegern.

Wie kann ich in Aktien investieren?

Entweder investierst du direkt in Einzelaktien oder du entscheidest dich für einen breit gestreuten Aktienfonds, welcher wie ein Topf voller Aktien ist.

Was ist letztendlich die beste Wahl?

Vor allen Dingen für Börsenneulinge sind Aktienfonds wohl die bessere Wahl, da bei Investitionen in Einzelaktien oftmals die notwendige Diversifikation (Risikostreuung) vergessen wird. Dadurch kann es zu hohen Verlusten kommen, da man alles auf ein einziges Pferd setzt.

Mit einer Investition in einen Aktienfonds streust du nicht nur das Risiko eines Verlustes, sondern bekommst ebenfalls die Möglichkeit, von den positiven Entwicklungen vieler Aktien auf einmal zu profitieren anstatt nur von einer einzigen allein.

Wenn du dich nicht ausführlich mit Einzelaktien und den dahinterstehenden Unternehmen auseinandersetzen möchtest, solltest du umso mehr auf Fonds setzen.

Am empfehlenswertesten sind unserer Meinung nach passiv verwaltete Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), die sich auf einen Index wie den DAX oder den S&P 500 beziehen. Der Vorteil dieser ETFs ist die sehr geringe jährliche Verwaltungsgebühr.

Die Börse und ein eigenes Depot

ETFs und Einzelaktien kannst du über fast jede Börse erwerben. Die Börse ist dabei wie ein großer Marktplatz, wo Anbieter und Nachfrager ins Geschäft kommen. In Bezug auf Aktien sind das die Käufer und Verkäufer von Aktien.

Um an der Börse handeln zu können, brauchst du ein Wertpapierdepot, welches du dir bei einem Broker oder deiner Hausbank eröffnen kannst.

Die wichtigsten Aktienkennzahlen

Die wichtigsten Aktienkennzahlen

Sofern du dich für Investitionen in Einzelaktien entschieden hast, solltest du dich bestens über die jeweiligen Unternehmen hinter den Aktien informieren sowie einen Blick auf die Kennzahlen der Aktien werfen. Nicht alles ist am Aktienmarkt Gold, was glänzt.

KGV

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz KGV) gibt an, ob ein Unternehmen mit seinen Aktien an der Börse momentan teuer oder günstig bewertet ist. Wenn die Aktien überbewertet sind, solltest du in den meisten Fällen die Finger davon lassen, sonst könntest du dich an den Aktien verbrennen (Verlust machen). Wenn sie unterbewertet sind und es sich um eine tolle Aktiengesellschaft handelt, gilt es zuzuschlagen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird berechnet, indem du den Kurs der entsprechenden Aktie durch ihren Reingewinn (pro Aktie) teilst. Je niedriger das KGV, desto unterbewerteter ist die Aktie. Je höher, desto überbewerteter.

Mehr über das KGV liest du hier oder erfährst du in diesem Video:

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist ein prozentualer Wert und gibt das Verhältnis der ausgeschütteten Dividenden zum Aktienkurs an. Mithilfe der Dividendenrendite kannst du gleichermaßen berechnen, wie viel Dividende du pro Aktie bei aktuellem Aktienkurs erhalten würdest.

Mehr über Dividenden und die Dividendenrendite liest du hier.

Cash-Flow

Die Aktienkennzahl des Cash-Flows gibt an, wie liquide die dahinterstehende Aktiengesellschaft ist, also ob sie genug eigene Mittel zur Verfügung hat, um ihre Schulden zu tilgen oder auch neue Investitionen zu finanzieren.

Der Cash-Flow (Bargeldzufluss) zeigt die Differenz von Mittelzufluss und Mittelabfluss an. Wenn die Kennzahl positiv ist, handelt es sich um ein liquides Unternehmen und bei einem negativen Wert umgekehrt.

Mehr über den Cash-Flow erfährst du hier.

KBV

Das KBV ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis, welches eine Kennzahl dafür ist, wie das Eigenkapital eines Unternehmens bewertet ist.

Den Buchwert erhältst du, wenn du alle immateriellen Vermögensgegenstände sowie Sach- und Finanzanlagen der Aktiengesellschaft zusammenrechnest.

Mehr über das Kurs-Buchwert-Verhältnis kannst du hier nachlesen.

KUV

KUV ist die Kurzform für Kurs-Umsatz-Verhältnis. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist vor allem hilfreich bei der Bewertung der Aktien von jungen Unternehmen und StartUps. Diese schreiben in der Regel nämlich noch rote Zahlen und die Aktien können deshalb nicht mit dem KGV bewertet werden. Gewinn gibt´s nämlich noch nicht 😄.

Stattdessen setzt man beim KUV den aktuellen Aktienkurs in Relation mit den Umsätzen des Unternehmens. Je niedriger das Kurs-Umsatz-Verhältnis, desto preiswerter ist eine Aktie.

Mehr über das KUV liest du hier oder erfährst du in dem folgenden Video:

Eigenkapitalrendite

Eine weitere wichtige Kennzahl für die Bewertung von Aktien ist die Eigenkapitalrendite. Sie zeigt dir, wie rentabel eine Aktiengesellschaft mit ihrem Eigenkapital arbeitet.

Um diese Eigenkapitalrendite zu errechnen, musst du den Gewinn des Unternehmens mit 100 multiplizieren und durch das Eigenkapital teilen. Voilà!

Ein hoher Wert bei der Eigenkapitalrendite ist grundsätzlich besser, da dies bedeutet, dass die Aktiengesellschaft mit wenig Geld viel Gewinn machen kann.

Mehr über die Eigenkapitalrendite liest du hier oder erfährst du in diesem Video:

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