Angst überwinden – hilfreiche Strategien

Angst überwinden - hilfreiche Strategien

Angst, dieses Gefühl kennst du sicherlich, sowie jeder andere Mensch auf diesem Planeten. Jedes menschliche Wesen hat ab und zu Angstgefühle aufgrund der unterschiedlichsten Dinge, manche Menschen lassen sich von ihrer Angst mehr beeinflussen als andere und wiederum andere kommen weniger in Situationen, in denen sie Angst verspüren. Doch das alles spielt keine entscheidende Rolle. Von Bedeutung ist es, dass wir in unserem Leben keine wichtigen Situationen aufgrund unserer Angst meiden. Deshalb stelle ich dir einige Strategien vor, mit denen du Angst überwinden kannst.

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Ist es überhaupt sinnvoll, seine Angst zu überwinden?

Bevor wir diese Frage beantworten können, sollten wir in die Vergangenheit schauen.

Warum bekommen Menschen in unterschiedlichsten Situationen Angstgefühle?

Angst war damals ganz entscheidend für das Überleben des einzelnen Menschen. Heutzutage werden wir Menschen zwar nicht mehr so vielen Gefahren ausgesetzt, bei denen uns die Angst das Leben erhalten würde, dennoch war und bleibt es eine biologisch sinnvolle Reaktion: Wenn Gefahr droht, sorgt dieses Gefühl dafür, dass unser Energielevel für eine mögliche Flucht oder einen Kampf steigt. Außerdem schützte Angst unsere Vorfahren vor riskanten Situationen und hat ihnen das Überleben gesichert.

In der damaligen Zeit war man als Mensch noch viel eher direkten Gefahren, wie wilden Tieren, Abgründen oder Angriffen von anderen Menschen ausgesetzt und benötigte ein inneres „Alarmsystem“. So sind beispielsweise die Höhenangst, die Angst vor Blut aber auch die Angst vor dem Alleinsein Angstgefühle aus vergangenen Zeiten.

Und nun zu unserer Ausgangsfrage:

Angst ist also in bestimmten Situationen sogar angebracht und sinnvoll, deswegen geht es keineswegs darum, Ängste ganz los zu werden. Jedoch ist es wichtig, den richtigen Umgang mit seinen Ängsten zu lernen. Außerdem sollten Ängste nicht die volle Kontrolle über das persönliche Leben übernehmen.

Sollten angstauslösende Situationen vermieden werden? – Angst überwinden

Heutzutage lösen viele Situationen ein Gefühl von Angst aus, obwohl sie gar nicht lebensbedrohlich sind. Die meisten Menschen tendieren bei angstauslösenden Situationen leider dazu, diese zu vermeiden anstatt die Angst zu überwinden. Doch das ist ein gewaltiger Fehler! Denn ohne sich seinen Ängsten zu stellen und zu lernen mit ihnen umzugehen, kann man sich weder persönlich weiterentwickeln, noch erlebt man alle schönen Dinge im Leben. Übrigens: Wer sich seinen Ängsten im Leben nicht stellen will, wird auch niemals so erfolgreich sein können, wie eine Person, die dies tut.

Selbstbewusstsein / Selbstvertrauen

Der wohl häufigste Grund für Angstgefühle ist ein mangelndes Selbstbewusstsein bzw. Selbstvertrauen. Viele Menschen sind davon betroffen und glauben nicht an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten. So hängt zum Beispiel die Angst vor dem Scheitern unmittelbar mit einem Selbstvertrauens-Problem zusammen.

Wie du dein Selbstbewusstsein stärken kannst und dir der Weg dorthin gelingt, liest du hier: Selbstbewusstsein stärken.

Hilfreiche Strategien zum Angst überwinden

Angst überwinden

Strategie 1: Konfrontation

Der einfachste und effektivste Weg, um deine Angst zu überwinden, ist die Konfrontation. Zeig deinen Ängsten, dass du stärker bist als sie und nur du allein über dein Leben bestimmst.

Wenn du angstauslösende Situationen lediglich meidest, verschwindet die Angst nur kurzfristig und kommt bei der nächsten Gelegenheit wieder zurück, wahrscheinlich sogar in schlimmeren Ausmaßen.
Außerdem wirst du so niemals zu der Erkenntnis kommen können, dass Angst irgendwann von alleine nachlässt. Sobald die Angst ihren Höhepunkt erreicht hat, lässt sie wieder nach. Dieses Prinzip nennt man Adaptionsprinzip.

Strategie 2: Akzeptieren

Ängste werden immer ein Teil deines Lebens bleiben, ob du willst oder nicht. Deswegen ist es ein kluger Schritt, Ängste zu akzeptieren und so das Nachlassen dieser zu beschleunigen. Akzeptanz hilft dir zusätzlich dabei, deine Ängste zu überwinden, indem du dich ihnen stellst.

Merke dir: Ängste haben eine Daseinsberechtigung!

Strategie 3: Veränderung der Interpretation

Angst kommt nicht von irgendwo her, sondern wird meistens durch Befürchtungen oder pessimistische Gedanken ausgelöst. Es sind meist negative Gedanken, die sich mit möglichen negativen Folgen auseinandersetzen und so den Körper in Alarmzustand versetzen.

Ein kleines Beispiel: Im Falle des Ansprechens von fremden Menschen auf der Straße macht nicht das eigentliche Ansprechen Angst, sondern die mögliche negative Reaktion auf das Verhalten und die Person.

Ängste entstehen immer durch eine mentale Bewertung einer Situation in deinem Kopf. Aus diesem Grund solltest du deine Gedanken gründlich ergründen, wenn du wieder in eine Angstsituation kommst.

Folgende Tipps können dir dabei helfen:

  • Entscheide dich für eine angstauslösende Situation.
  • Stelle dir die Situation vor und höre in dich hinein: Was für Gedanken bekommst du?
  • Schreibe sie auf.
  • Nun denkst du darüber nach, welche Gefühle durch diese Gedanken ausgelöst werden.
  • Schreibe die Gefühle ebenfalls auf

Der letzte Schritt ist, deine Gedanken nicht mehr so bedrohlich wirken zu lassen. Das gelingt dir, indem du deine Gedanken ins Positive umwandelst.

Bei unserem Beispiel würde dies so aussehen:

Situation: Fremde Menschen auf der Straße ansprechen

Bewertung der Situation:

  • Ich bin neugierig, was passiert
  • Wie werden die Menschen reagieren?
  • Die meisten werden wohl überrascht und freundlich sein
  • Vielleicht knüpfe ich sogar neue Kontakte
  • Die Meinung von anderen über mich selbst ist unbedeutend
  • Ich bin zufrieden mit mir selbst

Gefühle:

  • Gelassenheit
  • Leichte Aufregung
  • Zufriedenheit
  • Optimismus

Eine solche Neubewertung ist definitiv keine Verdrehung der Realität. Wenn du das glaubst, hast du eine falsche Einstellung. Denn beide Bewertungen bestehen lediglich aus Gedanken, niemand weiß, was passieren wird.

Es ist empfehlenswert, wenn du dies auch bei anderen angstauslösenden Situationen machst und dir deine Notizen immer wieder anschaust, wenn du in eine solche Situation kommst. Das führst du solange fort, bis du bei der entsprechenden Situation keine Angst mehr verspürst.

Strategie 4: Entspannung

Auf deinem Weg, die Angst zu überwinden, solltest du es auf gar keinen Fall übertreiben und dir auch mal eine Pause gönnen. Sich ein-, bis zweimal in der Woche einer seiner Ängste zu stellen, reicht vollkommen aus. Regelmäßige körperliche sowie seelische Entspannung sind hierbei genauso wichtig. Wer zu oft versucht, sich seinen Ängsten zu stellen und diese mit einem enormen „Druck“ überwinden will, läuft in die Gefahr, alles nur zu verschlimmern.

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