Am 26.09.2021 wird gewählt. Die Bundestagswahl 2021 steht an. Es wird wohl eine der spannendsten Bundestagswahlen in der Geschichte Deutschlands werden.

Das Ergebnis der Wahl ist nämlich entscheidend dafür, wie Deutschland mit den zahlreichen Problemen und Herausforderungen der Zukunft umgeht. Nach einem ziemlichen Stillstand über die letzten Jahre hinweg, hat unser Land Einiges aufzuholen.

Die Bundestagswahl ist somit eine Art Richtungsentscheid, welchen Weg wir einschlagen werden und wie die zukünftigen Herausforderungen bewältigt werden.

Zahlreiche wichtige Fragen wie die der Bekämpfung des Klimawandels, der garantierten Rente, der Steuersituation und vor allen Dingen der Digitalisierung müssen beantwortet. Ein Bürokratie Problem haben wir hier zu Lande außerdem.

In diesem Beitrag möchten wir uns vorerst den einzelnen Wahlprogrammen der Parteien in Bezug auf Steuern und Finanzen widmen. So weißt du am besten, wo du am 26. September dein Kreuz machen solltest.

Wie würde also dein Geldbeutel wählen?

Warum ist es wichtig, wählen zu gehen?

Wählen zu gehen und der Demokratie deine Stimme zu verleihen, war und ist schon immer wichtig. Doch gerade jetzt zur Bundestagswahl 2021 ist deine Stimme von Bedeutung.

Wo wird die Reise Deutschlands hingehen und wie gehen wir die oben beschriebenen Probleme an? Es ist die Zeit des Aufbruchs und der Veränderung und dafür braucht es jede einzelne Stimme.

Jeder von uns entscheidet mit seiner Stimme, wie dieses Land regiert wird und was von den Plänen in den Parteiprogrammen umgesetzt wird. Wer wählen geht, bestimmt also über die politischen Entscheidungen, die einen am Ende selbst betreffen.

Wir hoffen du erkennst nun, wie wichtig es ist, wählen zu gehen. Falls es für dich zu anstrengend sein sollte, dich durch die einzelnen Parteiprogramme zu wühlen, kannst du im Internet auch zahlreiche Beiträge (wie unseren) finden, die dich über einzelne Aspekte der Parteiprogramme informieren.

Sehr empfehlenswert ist außerdem die Nutzung des Wahl-O-Mats, der zu jeder wichtigen Wahl erscheint und dir bestimmte Meinungsfragen stellt, die du im Anschluss beantworten kannst. Am Ende wertet das Tool anhand deiner Antworten aus, welche Partei am besten zu dir passen würde.

Die jeweiligen Parteiprogramme im Finanzcheck

Lass uns nun zu den einzelnen Parteien und ihren Wahlprogrammen kommen.

Wie würde dein Geldbeutel wählen bzw. was sagen die Parteien zu den Themen Steuern und Finanzen?

Der Einfachheit und Übersichtlichkeit halber werden wir dir nur die Wahlprogramme der sechst größten Parteien vorstellen. Diese haben außerdem eine reale Chance, in den Bundestag einzuziehen.

CDU/CSU

CDU/CSU Logo - Bundestagswahl 2021
CDU/CSU Logo
  • wenden sich als Union gegen eine höhere Staatsverschuldung aber auch gegen höhere Steuern für den einzelnen
  • Steuersenkungen als unkonkretes Ziel gesetzt (Einkommenssteuerentlastung für kleine und mittlere Einkommen)
  • Schließung von Steuerschlupflöchern und die Unterbindung von Steuerhinterziehung
  • schrittweise vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags
  • für Kinder soll zukünftig der volle Grundfreibetrag angerechnet werden können (Einstieg in ein Kindersplitting)
  • Erhöhung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende auf 5.000 Euro
  • Einkommenssteuertarif regelmäßig überprüfen, sodass die Belastung mit Steuern nicht allein durch die Inflation steigt (Stichwort kalte Progression)
  • ähnlich wie die FDP möchte die Union das Sparen und Investieren steuerlich fördern
  • Ausweitung und Vereinfachung der steuer- und sozialabgabenfreien Sachzuwendungen für Arbeitnehmer
  • Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer von 250.000 Euro pro Erwachsenem plus 100.000 Euro pro Kind beim erstmaligen Erwerb von selbstgenutztem Wohnraum einführen
  • Steuerförderung der (energetischen) Gebäudesanierung auf vermietete Immobilien und Gewerbeimmobilien ausdehnen
  • in ihrem ergänzenden Wahlprogramm hat sich die CSU noch einige konkretere Dinge vorgenommen: steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen erweitern, Pendlerpauschale in Einklang mit höheren CO2-Preisen steigern, Werbungskostenpauschale könnte in Zukunft durch eine Homeoffice Pauschale ergänzt werden (momentan werden beide noch miteinander verrechnet), Kinderbetreuungskosten noch stärker steuerlich absetzbar machen, eine niedrigere Mehrwertsteuer auf regionale Lebensmittel
  • Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer mit breiter Bemessungsgrundlage – keine Belastung von Kleinanlegern und ihrer privaten Altersvorsorge

SPD

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SPD Logo
  • Steuerhinterziehung, -vermeidung und -betrug bekämpfen
  • Steueroasen durch eine globale Steuerkoordinationsstelle bei der UN trockenlegen, Internationale Steuerkooperationen verhindern
  • wenig Spielraum für Steuersenkungen
  • mögliche Einkommenssteuerreform, die untere und mittlere Einkommen entlastet
  • die oberen fünf Prozent sollen mehr Einkommenssteuer zahlen
  • Parteichef Norbert Walter-Borjans sprach von einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 45 Prozent und einer „Reichensteuer“ in Höhe von zusätzlichen 3 Prozent bei einem Einkommen von 250.000 Euro (Ledige) und 500.000 Euro (Verheiratete)
  • Spitzenverdiener sollen weiterhin den Solidaritätszuschlag zahlen
  • Einführung einer Vermögenssteuer mit einem Steuersatz von einem Prozent (Betriebsvermögen ausgenommen)
  • Hohe persönliche Freibeträge einführen, um die Vermögenssteuer auf besonders vermögende Teile der Bevölkerung zu konzentieren
  • Änderung des Ehegattensplittings für neu geschlossene Ehen: Einführung einer Kindergrundsicherung bei Familien mit Kindern
  • einkommensunabhängige Steuerminderung bei Spenden und förderwürdigen Aufwendungen
  • Spekulation mit Wohnraum durch die Einführung eines transparenten und zentralen Immobilienregisters bekämpfen
  • Planungswertausgleich“ einführen, um leistungslose Bodenwertgewinne der Allgemeinheit zukommen zu lassen
  • Zehn-Jahres-Frist für Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne bei nicht selbst genutzten Grundstücken abschaffen
  • Einführung einer Finanztransaktionssteuer
  • europäischen Kapitalmarkt durch Kapitalmarkt- und Bankenunion schaffen, Staaten und Steuerzahler der EU wirksam vor Bankenpleiten schützen

AfD

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AfD Logo
  • Finanzen sind kein Schwerpunkt im Parteiprogramm der AfD
  • grundsätzliches Ziel: Die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland senken
  • Vereinfachung des Steuersystem mit Konzentration auf die Einkommens- und Umsatzsteuer
  • andere Steuern im Gegenzug abschaffen: Energie-, Kaffee- und Schaumweinsteuer, Biersteuer, Vergnügungssteuer, Schankerlaubnissteuer, Jagd- und Fischereisteuer und die Zweitwohnungssteuer
  • höhere Freibeträge bei der Einkommenssteuer, die kontinuierlich an die Inflation angepasst werden
  • Abschaffung der Grund- und Grunderwerbssteuer (bei Immobilien zur Eigennutzung)
  • Änderung des Verteilungsschlüssels bei den großen Steuerarten, sodass den Kommunen mehr Geld zugutekommt
  • Einführung eines steuerlichen Familiensplittings
  • Anhebung des Kinderfreibetrags, vollständige steuerliche Absetzbarkeit von kinderbezogenen Ausgaben und eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Artikel des Kindesbedarfs auf den reduzierten Satz (7%)
  • Abschaffung der Erbschaft- und Schenkungssteuer, EEG-Umlage, der Energiesteuer und jeglicher Form der CO2-Besteuerung
  • Einführung einer Steuer auf Rücküberweisungen, die den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verlassen
  • keine eigene EU-Steuer einführen

FDP

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  • bei der FDP spielt die Finanz- und Steuerthematik im Vergleich zu allen anderen Parteien die größte Rolle
  • private Haushalte und Unternehmen sollen weniger Steuern zahlen, um die Wirtschaft anzukurbeln
  • höhere Steuersätze sollen erst bei höheren Einkommen greifen
  • Spitzensteuersatz schrittweise nach rechst verschieben, sodass dieser am Ende erst ab einem Einkommen von 90.000 Euro greift
  • regelmäßige Anpassungen des Steuertarifs, einschließlich der Freibeträge, Freigrenzen und Pauschbeträge an die Entwicklung von Gehältern und Preisen
  • höhere Werbungskostenpauschale für das Homeoffice
  • komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags
  • Doppelbesteuerung von Renten verhindern
  • Einführung einer einfacheren, vorausgefüllten digitalen Steuererklärung namens „Easy Tax“, die vom Finanzamt vorbereitet wird
  • Abschaffung von „Bagatell- und Lenkungssteuern“ wie der Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer, Biersteuer und Kaffeesteuer
  • Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steuerdumping
  • Steuerverlagerungen ins Ausland genauso wie Doppelbesteuerungen verhindern
  • Einführung eines „liberalen Bürgergelds“, in dem steuerfinanzierte Sozialleistungen wie ALG II, die Grundsicherung im Alter, die Hilfe zum Lebensunterhalt oder Wohngeld zusammengefasst sind
  • bis zu 1.000 Euro „MidlifeBAföG“ einführen, das die kontinuierliche Weiterbildung auch im mittleren Alter fördern soll
  • steuer- und abgabenfreies Ansparen für Weiterbildungsangebote ermöglichen
  • 1.000 Euro Steuerfreibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen an Unternehmen einführen
  • Senkung der Abgabenbelastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf unter 40 Prozent begrenzen
  • Anhebung des Kinder- und Auszubildendenfreibetrags sowie des Freibetrags für Alleinerziehende
  • Verbesserung der steuerlichen Absetzbarkeit von Betreuungskosten, gesetzlichen Unterhaltsleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen
  • für jedes neugeborene Kind einen perspektivisch weiter steigenden Startbonus von 1.000 Euro in der gesetzlichen Aktienrente anlegen
  • Sparerpauschbetrag auf 1.000 Euro anheben
  • Wiedereinführung einer Spekulationsfrist von drei Jahren auf private Veräußerungsgewinne von Wertpapieren
  • Entlastung beim Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum durch Einführung eines Freibetrags von bis zu 500.000 Euro für natürliche Personen bei der Grunderwerbssteuer (Freibetrag soll nach einem Verkauf wieder zur Verfügung stehen)
  • Einführung einer „Klimadividende„, die pro Kopf ausgeschüttet wird und aus den Einnahmen des CO2-Zertifikatehandels erwirtschaftet wird
  • Abschaffung der EEG-Umlage und Absenkung der Stromsteuer
  • Einführung von zusätzlichen EU-Steuern wird abgelehnt

DIE LINKE

Die Linke Logo - Bundestagswahl 2021
DIE LINKE Logo
  • keine Partei ist in ihren Forderungen in Bezug auf Finanzen so konkret wie die Linke
  • Erhöhung des Grundfreibetrags auf 14.400 Euro, um untere Einkommen zu entlasten
  • Spitzensteuersatz soll erst ab 70.000 Euro Einkommen (Singles) fällig werden und auf 53 Prozent erhöht werden
  • Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, die je nach Höhe des Vermögens zwischen ein und fünf Prozent liegen soll
  • einmalige Vermögensabgabe von sehr reichen Einzelpersonen, um Corona-Schulden zu bezahlen
  • höhere Erbschaftssteuer für hohe Erbschaften
  • zu erbendes Betriebsvermögen ebenfalls durch die Erbschaftssteuer besteuern
  • zwei gesonderte Stufen einer „Reichensteuer“: 60-prozentiger Steuersatz bei einem Einkommen ab 260.533 Euro und 75 Prozent bei einem Einkommen von über einer Millionen Euro
  • häufigere und intensivere Steuerprüfungen für Unternehmen und reiche Einzelpersonen
  • Kapitalerträge sollen nach denselben Sätzen der Einkommenssteuer besteuert werden
  • Gewinne durch Spekulationen, Unternehmensbeteiligungen und Immobilienverkäufe stärker besteuern
  • Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,1 Prozent
  • Private Immobilienverkäufe auch nach zehn Jahren abgesehen von einem individuellen Freibetrag nicht mehr steuerfrei behandeln
  • Reform der Grunderwerbssteuer, sodass anteilige Immobilienkäufe anteilig besteuert werden
  • gutverdienende Selbstständige und Freiberufler sollen künftig Gewerbesteuer zahlen
  • stärkere Bekämpfung von Geldwäsche und Subventionsbetrug, um Steueroasen auszutrocken
  • bundesweit einheitliche Umsetzung der Steuergesetze
  • Abschaffung der Schaumweinsteuer
  • Ehegattensplitting durch familienfreundlichere Steuermodelle ersetzen
  • Steuerfreibeträge für Abfindungen bei Entlassungen wieder einführen
  • Pendler-Pauschale durch ein Mobilitätsgeld ersetzen, das pro Entfernungskilometer zur Arbeitsstätte unabhängig vom Einkommen dieselben Steuervergünstigungen verschafft
  • Senkung der Stromsteuer für Privatpersonen
  • ermäßigte Umsatzsteuersätze für arbeitsintensives Handwerk, Produkte für Kinder und Arzneimittel
  • Solidaritätszuschlag für hohe Einkommen beibehalten
  • „Solidarpakt III“ auf den Weg bringen, um den Strukturwandel in strukturschwachen Regionen Deutschlands zu finanzieren
  • gemeinsame europäische Mindeststandards für die Besteuerung großer Vermögen und Spitzeneinkommen

Bündnis 90/Die Grünen

Bündnis 90/Die Grünen Logo - Bundestagswahl 2021
Bündnis 90/Die Grünen Logo
  • kein großer Spielraum für Steuerentlastungen der Bürger
  • hohe Einkommen und Vermögen sollen mehr zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen
  • höherer Spitzensteuersatz von 45 Prozent, der ab 100.000 Euro bei Ledigen und 200.000 Euro bei Verheirateten greift
  • ab einem Einkommen von 250.000 bzw. 500.000 Euro soll dann ein Spitzensteuersatz von 48 Prozent fällig werden
  • Einführung einer Vermögenssteuer, die ab 2 Millionen Euro pro Person greift und jährlich 1 Prozent beträgt (Begünstigungen für Betriebsvermögen)
  • Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer mit breiter Bemessungsgrundlage
  • Kapitalerträge künftig mit dem individuellen Steuersatz besteuern
  • Abschaffung der Zehn-Jahres-Frist für Steuerfreiheit beim Verkauf von Grundstücken und Immobilien
  • höheren Grundfreibetrag einführen, der untere und mittlere Einkommen entlastet
  • pflanzliche Alternativen und Fleischersatzprodukte sollen mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz verkauft werden, gleiches gilt für fair gehandelten Kaffee
  • Einführung einer Kindergrundsicherung und individuellen Besteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag für neu geschlossene Ehen
  • Abschaffung der Steuerklasse 5, stattdessen Faktorverfahren nutzen
  • „Steuergutschrift“ für Alleinerziehende
  • Weiterentwicklung der KfW-Förderprogramme zur Förderung von Wohneigentum
  • Senkung der Kaufnebenkosten für privat genutztes Wohneigentum, Erhöhung bei Unternehmen
  • den Kauf emissionsfreier Autos über die Kfz-Steuer fördern, klimaschädliche Autos werden teurer
  • spricht sich explizit für einen CO2-Preis aus
  • gegen Steuerhinterziehung und aggressive Steuervermeidung vorgehen durch Einführung einer Steuerpflicht nach Nationalität, um rein steuerlich motivierte Wohnsitzwechsel zu verhindern
  • spricht sich ebenfalls für europäische Mehrheitsentscheidungen in Steuerfragen aus

Was bedeuten die Pläne der Parteien konkret für meine finanzielle Situation?

Fast alle Parteien möchten die niedrigen und mittleren Einkommen entlasten, doch die Umsetzungsvorschläge sind von Partei zu Partei sehr unterschiedlich.

Ob die Pläne der jeweiligen Partei überhaupt für ein Plus in deinem Portemonnaie sorgen würden oder ob du vielleicht nach der Bundestagswahl sogar mehr zahlen müsstet, erfährst du in diesem Abschnitt.

Wir werden hier nochmal die wichtigsten Punkte in Bezug auf die eigenen Finanzen auflisten und uns anschauen, was die einzelnen Parteien dort planen.

Wie hoch sollen Einkommen besteuert werden?

Um für steuerliche Entlastungen sorgen zu können, müssen entweder Freibeträge erhöht oder der Einkommenssteuersatz gesenkt werden.

Die FDP spricht sich beispielsweise als einzige Partei für die Senkung des Einkommenssteuersatzes aus. Anders sieht es beim Grundfreibetrag aus, an dem fast alle Parteien etwas verändern wollen.

In 2021 liegt dieser bei 9.744 €. Erst ab diesem Einkommen pro Jahr musst du Steuern zahlen.

Wie hoch soll der Grundfreibetrag sein?

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Wie hoch soll der Grundfreibetrag sein?
  • CDU/CSU: keine Angabe
  • SPD: keine Angabe
  • Grüne: fordern Erhöhung, werden jedoch nicht konkret
  • FDP: soll regelmäßig an die Entwicklung von Gehältern und Preisen angepasst werden
  • Linke: Anhebung auf 14.000 Euro pro Jahr
  • AfD: fordern Erhöhung, werden jedoch nicht konkret

Die Parteien haben nicht nur in Bezug auf den Grundfreibetrag unterschiedliche Ideen, sondern auch beim Einkommenssteuersatz.

Grüne und Linke wolle zum Beispiel Spitzenverdiener stärker zur Kasse bitten, wohingegen die FDP den Spitzensteuersatz schrittweise „nach rechts verschieben“ möchte. Die SPD möchte zumindest den Höchststeuersatz (Reichensteuer) früher greifen lassen.

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift momentan ab knapp 58.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bei Singles. Ab einem Einkommen von 275.000 Euro gilt dann der Höchststeuersatz von 45 Prozent.

Wie hoch soll der Spitzensteuersatz sein?

  • CDU/CSU: keine Angabe
  • SPD: Spitzensteuersatz bleibt unverändert, Höchstsatz („Reichensteuer“) soll jedoch schon ab einem zu versteuerndem Einkommen von 250.000 Euro greifen
  • Grüne: Spitzensteuersatz bleibt unverändert, ab einem Einkommen von 100.000 Euro soll der Höchststeuersatz bereits greifen, ab 250.000 Euro dann sogar eine neue Stufe mit einer 48-prozentigen Besteuerung
  • FDP: Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll erst ab einem Einkommen von 90.000 Euro gelten
  • Linke: höherer Spitzensteuersatz von 53 Prozent, der ab einem zu versteuerndem Einkommen von 70.000 Euro greift, oberhalb der aktuellen Höchstgrenze soll zudem zukünftig eine 60-prozentige Besteuerung in Kraft treten und ab 1 Millionen Einkommen pro Jahr sogar 75 Prozent
  • AfD: keine Angabe

Was bedeutet das für meinen Geldbeutel?

Was das für deinen Geldbeutel konkret bedeutet, hängt ganz davon ab, wie viel du verdienst, ob du Kinder hast, verheiratet oder alleinerziehend bist.

Als Single mit einem Einkommen von 25.000 Euro brutto würdest du mit dem Parteiprogramm der Linken am meisten entlastet werden, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) errechnet hat. Danach folgt die FDP, die dich bei einem solchen Einkommen am zweitstärksten entlasten würde.

Genau umgekehrt ist es übrigens, wenn du alleinstehend mit einem Bruttojahreseinkommen von 50.000 Euro bist. In diesem Fall würdest du am stärksten von den Plänen der FDP profitieren und am zweitstärksten von denen der Linken.

Solltest du allerdings ein Spitzenverdiener sein, würdest du laut dem Wahlprogramm der Linken deutlich mehr bezahlen müssen als bisher. Mit einem Einkommen von rund 150.000 Euro brutto im Jahr sollen nach den Vorschlägen der Partei künftig 7.724 Euro mehr an Einkommenssteuer für dich fällig werden. Bei der SPD wären es 1.940 Euro mehr Einkommenssteuer und bei den Grünen 998 Euro.

Welche Parteien wollen Reiche mehr zur Kasse bitten?

Welche Parteien wollen Reiche mehr zur Kasse bitten?

Wer möchte Reiche z.B. über eine Vermögenssteuer stärker zur Kassen bitten, um die staatlichen Ausgaben besser zu finanzieren?

SPD, Grüne und Linke sind davon überzeugt, dass dies eine gute Idee wäre. Ablehnen würden es die Union, die FDP und die AfD.

Für eine einmalige Vermögensabgabe spricht sich lediglich eine Partei aus.

Soll es eine Vermögenssteuer geben?

  • CDU/CSU: Nein, weil sie die wirtschaftliche Substanz Deutschlands gefährden würde.
  • SPD: Ja, die Vermögenssteuer soll wieder in Kraft treten, um die Finanzkraft der Länder zu verbessern. Ein einheitlicher Steuersatz von 1 Prozent auf „sehr hohe Vermögen“ (konkrete Zahlen werden nicht genannt), ist geplant. Die Grundlage von Betrieben soll von der Steuer ausgenommen werden.
  • Grüne: Ja, die Vermögenssteuer soll eingeführt werden, damit die Länder mehr Geld für Bildung haben. Für Vermögen oberhalb von zwei Millionen Euro pro Person soll die Steuer jährlich 1 Prozent betragen, Betriebsvermögen wird begünstigt.
  • FDP: Nein, die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer wird abgelehnt, da sie das Wachstum der Wirtschaft hemme.
  • Linke: Ja, Vermögenssteuer soll wieder erhoben werden. Es soll sich um einen progressiven Steuertarif handeln, der je nach Größe des Vermögens von 1 bis zu 5 Prozent beträgt. Einen Freibetrag für Privatvermögen von einer Millionen Euro pro Person soll es zusätzlich geben. Für Betriebsvermögen gibt es einen Freibetrag von bis zu fünf Millionen Euro. Die Altersvorsorge würde von den Steuer ausgenommen sein.
  • AfD: Nein, die Vermögenssteuer wird abgelehnt.

Welche Parteien planen einen einmalige Vermögensabgabe?

Nur FDP und Linke beantworten diese Frage ganz konkret.

Die FDP lehnt hierbei eine einmalige Vermögensabgabe ab, wohingegen die Linke eine solche erheben möchte, um die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen.

Im Detail stellt die Linke sich die einmalige Vermögensabgabe wie folgt vor: Jeder mit einem Vermögen von über zwei Millionen Euro soll je nach Höhe des Vermögens zwischen 10 bis 30 Prozent abgeben. Für Betriebsvermögen gilt eine Grenze von fünf Millionen Euro.

Die Vermögensabgabe soll über 20 Jahre in Raten gezahlt werden, sodass die jährliche Belastung des Nettovermögens nur zwischen 0,1 und 1,5 Prozent betrage.

Wie hoch sollen Erbschaften besteuert werden?

Wenn du in Deutschland etwas erbst, zahlst du grundsätzlich Erbschaftssteuer darauf – aber erst, wenn das Erbe eine bestimmte Höhe überschreitet.

Der Freibetrag ist umso höher, je enger du mit dem Erblasser verwandt bist. So können Ehepartner beispielsweise bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben, wohingegen Lebensgefährte, Geschwister, Nichten und Neffen wie Freunde, Nachbarn oder Kollegen behandelt werden, die nur bis zu 20.000 Euro steuerfrei erben können.

Die SPD und Linke sehen von der momentanen Erbschaftssteuer vor allem vermögende Unternehmenserben bevorzugt und möchten diesbezüglich nachbessern.

Die SPD plant deshalb eine Mindestbesteuerung für vererbtes Betriebsvermögen und vermögenshaltende Familienstiftungen. Konkrete Zahlen werden allerdings nicht genannt.

Auch die Linke will diese „Privilegien für Betriebsvermögen“ abschaffen, indem sie die Erbschaftssteuer auf hohe Erbschaften erhöhen würde. Genaue Zahlen sind für diese Idee ebenfalls nicht zu finden.

Union und FDP lehnen eine noch höhere Erbschaftssteuer aus dem gleichen Grund wie eine Vermögenssteuer ab. Beides würde die wirtschaftliche Substanz Deutschlands gefährden.

Die AfD geht sogar noch weiter und möchte die Steuer komplett abschaffen, da es keinen akzeptablen Grund gebe, aus Trauerfällen Steuerfälle zu machen.

Was soll für Sparer und Anleger gelten?

Vor- und Nachteile von Aktien

Für Sparer und Anleger wird die diesjährige Bundestagswahl ebenfalls sehr interessant, da die Parteien Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder Gewinne aus Aktien- und Fondsverkäufen sehr unterschiedlich besteuern wollen.

Derzeit zahlst du auf jegliche Kapitalerträge 25 Prozent Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag, plus ggf. Kirchensteuer, wenn du Mitglied in der Kirche bist.

Grüne und Linke planen Kapitalerträge zukünftig mit deinem persönlichen Steuersatz zu besteuern, der je nach der Höhe deines Gesamteinkommens entweder höher oder niedriger ist als die jetzige Besteuerung.

Andere Parteien wollen stattdessen den Sparerpauschbetrag erhöhen, um Sparer und Anleger zu entlasten. Der steuerliche Freibetrag für Kapitalerträge liegt momentan nämlich bei gerade einmal 801 Euro pro Jahr (für Singles).

Bei den Spekulationsfristen soll sich gleichermaßen etwas ändern. Sie sorgen dafür, dass du auf private Veräußerungsgewinne nach einer gewissen Zeit keine Steuern mehr zahlen musst.

Soll der Sparerpauschbetrag steigen?

  • CDU/CSU: Ja, es wurde jedoch kein konkreter Betrag genannt
  • SPD: keine Angabe
  • Grüne: keine Angabe
  • FDP: soll deutlich angehoben werden (1000 Euro?)
  • Linke: keine Angabe
  • AfD: keine Angabe

Sollen Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz besteuert werden?

  • CDU/CSU: keine Angabe
  • SPD: keine Angabe
  • Grüne: Ja, die bisherige Abgeltungssteuer soll hierbei weiterhin von den Banken als eine Art Vorauszahlung einbehalten werden. Bei Dividenden soll das Teileinkünfteverfahren greifen, welches 60 Prozent der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuert und 40 Prozent steuerlich nicht beachtet.
  • FDP: keine Angabe
  • Linke: Ja, Kapitalerträge nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuern und Abgeltungssteuer abschaffen.
  • AfD: keine Angabe

Welche Spekulationsfristen sollen gelten?

  • CDU/CSU: keine Angabe
  • SPD: keine Angabe
  • Grüne: Abschaffung der zehnjährigen Spekulationsfrist bei Grundstücken und Immobilien sowie der Steuerfreiheit für Gewinne aus dem Handel mit Edelmetallen, Rohstoffen oder Kryptowährungen
  • FDP: Wiedereinführung der Spekulationsfrist von drei Jahren für private Veräußerungsgewinne auf Wertpapiere
  • Linke: keine Angabe
  • AfD: keine Angabe

Welche Parteien planen eine Finanztransaktionssteuer?

Welche Parteien planen eine Finanztransaktionssteuer?
Welche Parteien planen eine Finanztransaktionssteuer?

Nahezu jede der sechs großen Parteien möchte eine Finanztransaktionssteuer einführen – die Pläne unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Umsetzung.

Die Union möchte im Gegensatz zur SPD eine europäische Lösung, wohingegen die SPD im Fall der Fälle auch eine nationale Finanztransaktionssteuer einführen würde.

Olaf Scholz (SPD) fand als Finanzminister bei seinen EU-Kollegen nämlich bisher nicht besonders viel Gehör für eine solche Steuer. Seine Idee ist es, beim Kauf von Aktien großer Unternehmen 0,2 Prozent des Kaufwerts als Steuern einzubehalten.

Kritiker, zu denen wir ebenfalls zählen, bemängeln an dieser Idee, dass eine solche Finanztransaktionssteuer auch normale Anleger betreffen würde und nicht nur Spekulanten bzw. Hochfrequenz-Händler.

Die Grüne spricht sich genauso wie die Union für eine europäische Lösung aus, die Spekulationen und kurzfristiges Traden unattraktiver machen soll. Kleinanleger und die private Altersvorsorge dürften dadurch nicht belastet werden.

Ähnlich wie die SPD fordert die Linke eine allgemeine Finanztransaktionssteuer, die nicht zwischen Privatanlegern und Spekulanten unterscheidet. Sie soll 0,1 Prozent der Transaktionshöhe betragen.

FDP und AfD erwähnen eine derartige Steuer in ihren Parteiprogrammen nicht.

Wer will den Solidaritätszuschlag komplett abschaffen?

Der Solidaritätszuschlag, kurz Soli, sollte nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland vor allem dem abgehängten Osten zugutekommen.

Seit dem Beginn dieses Jahres zahlst du ihn nur noch, wenn du relativ gut verdienst. Außerdem wird er weiterhin auf Kapitalerträge erhoben.

Ein paar Parteien wollen ihn nun komplett abschaffen. Zu diesen gehört beispielsweise die FDP, die in ihrem Wahlprogramm schreibt: „Der Solidaritätszuschlag war und bleibt eine nicht auf Dauer angelegte Sondersteuer. Ende 2019 lief der Solidarpakt aus. Damit ist die Erhebung des Solidaritätszuschlags nicht mehr zu rechtfertigen.“

  • CDU/CSU: Soli schrittweise vollständig abschaffen
  • SPD: Nur Spitzenverdiener sollen den Soli weiterzahlen, da die Einahmen gebraucht werden.
  • Grüne: keine Angabe
  • FDP: komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags
  • Linke: Soli soll für hohe Einkommen erhalten bleiben und den „Solidaritätspakt III“ finanzieren, der den Wandel in strukturschwachen Regionen Deutschlands finanzieren soll.
  • AfD: Abschaffung des Zuschlags ist verfassungsrechtlich verpflichtend.

Welche Parteien möchten Immobilienkäufe erleichtern?

Die Preise für Häuser und Wohnungen sind in den letzten Jahren nicht nur in Großstädten stark gestiegen. Für Normalverdiener wird es deshalb zum Teil immer schwieriger, Eigentum zu erwerben.

Grüne und Union wollen darum die Grunderwerbssteuer senken, um gegenzulenken. In ihrem Parteiprogramm schreibt die Union: „Den Ländern werden wir ermöglichen, einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer von 250.000 Euro pro Erwachsenen plus 100.000 Euro pro Kind beim erstmaligen Erwerb selbstgenutzten Wohnraums zu gewähren.“

Die Grüne will wiederum finanziell entlasten, indem sie den Ländern ermöglicht, den Grunderwerbssteuersatz für Privatleute zu senken und für Unternehmen zu erhöhen.

Quellen: eigene Recherchen, steuertipps.de, t-online.de, Wahlprogramm CDU/CSU, Zusatzprogramm CSU, Wahlprogramm SPD, Wahlprogramm AfD, Wahlprogramm FDP, Wahlprogramm DIE LINKE, Wahlprogramm Bündnis90/Die Grünen

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