Schon wieder ist ein Jahr vergangen und 2022 steht mit zahlreichen neuen Gesetzen und Änderungen vor der Tür.

Welche Auswirkungen die Änderungen 2022 für dein Portemonnaie haben, erfährst du in diesem Beitrag. Wir haben die wichtigsten Änderungen in Bezug auf Finanzen zusammengefasst.

Der Mindestlohn steigt

Am 1. Januar 2022 steigt der Mindestlohn von 9,60 auf 9,82 € pro Stunde. Am 1. Juli 2022 gibt es dann eine weitere Steigerung auf 10,45 € pro Stunde.

Zusätzlich werden im Jahr 2022 in vielen Handwerksbranchen die gesetzlichen Mindestlöhne erhöht. Zum Beispiel können sich Elektriker, Schornsteinfeger, Gebäudereiniger sowie Maler und Lackierer über höhere Löhne freuen.

Die neue Ampel-Regierung hat zudem beschlossen, dass der Mindestlohn nochmals auf 12 € pro Stunde angehoben werden soll. Ab wann diese Erhöhung in Kraft treten wird, ist noch unklar.

Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung steigt

Im neuen Jahr steigt nicht nur der gesetzliche Mindestlohn, sondern auch die Mindestausbildungsvergütung.

Ab dem 1. Januar 2022 erhalten Lehrlinge im 1. Ausbildungsjahr mindestens 585 € pro Monat. Die Mindestvergütung im zweiten Lehrjahr steigt somit auf 690,30 €, im dritten auf 789,75 € und im vierten auf 819 €. Der Ausbildungsbetrieb muss die Bezahlung nämlich um 18, 35 bzw. 40 Prozent des ursprünglichen Einstiegsgehalt je nach Lehrjahr erhöhen.

Erhöhung des Grundfreibetrags

Der Grundfreibetrag für Ledige erhöht sich 2022 von 9.744 auf 9.948 € pro Jahr. Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner liegt der Grundfreibetrag ab 2022 bei 19.896 €.

CO2-Steuer wird erhöht

Ab dem 1. Januar 2022 wird eine Tonne CO2 höher besteuert. Die CO2-Steuer steigt von 25 auf 30 € pro Tonne.

Der Anstieg hat sehr wahrscheinlich Auswirkungen auf Sprit- und Heizölpreise. Diesel und Benzin werden nach Schätzungen im Durchschnitt um etwa 1,5 Cent pro Liter teurer.

Außerdem erwägt die Ampelkoalition den Steuersatz auf Diesel dem des Benzins anzugleichen, wodurch Diesel schlagartig um 18 Cent pro Liter teurer werden würde.

EEG-Umlage wird gesenkt

EEG-Umlage wird gesenkt - Änderungen 2022
Änderungen 2022: Die EEG-Umlage wird gesenkt

Die EEG-Umlage wird anders als die CO2-Steuer in 2022 gesenkt. Von 6,5 ct/kWh wird sie auf 3,723 ct/kWh reduziert. Das entspricht einer Abnahme von rund 43 Prozent.

Verantwortlich für diese Senkung seien laut Bundesnetzagentur die höheren Strompreise, die den Förderungsbedarf von erneuerbaren Energien verringern, da die Stromanbieter höhere Gewinne erwirtschaften.

Verivox schätzt, dass die Senkung der EEG-Umlage den durchschnittlichen Strompreis um 11 Prozent mindert.

Trotzdem werden die Strompreise für die Bevölkerung nicht sinken, da gleichzeitig die Beschaffungskosten der Stromversorger gestiegen sind und sich bei den Netzentgelten Erhöhungen abzeichnen.

Die Strompreise werden aller Voraussicht nach auf dem Rekordniveau von 2021 bleiben.

Höhere Tabaksteuer

Seit erstmals sieben Jahren wird in 2022 die Tabaksteuer erhöht.

Die Steuer auf eine Packung mit 20 Zigaretten steigt um 10 Cent. 2023 wird die Tabaksteuer um weitere 10 Cent steigen; 2025 sowie 2026 nochmals um jeweils 15 Cent pro Packung.

Außerdem tritt ab dem 1. Januar 2022 das Tabaksteuermodernisierungsgesetz in Kraft: Wasserpfeifentabak und erhitzter Tabak werden ab dann höher besteuert.

Des Weiteren wird am 1. Juli 2022 die Steuer auf Liquid für E-Zigaretten erhöht.

Mehr Unterhalt für Trennungskinder

Trennungskindern steht gemäß der „Düsseldorfer Tabelle“ in 2022 mehr Unterhalt zu. In vielen Fällen ist die Erhöhung niedriger als ein Prozent.

Ab dem 1. Januar liegt der Mindestunterhalt für Kinder vom 1. bis zum 5. Lebensjahr somit bei 396 € pro Monat, vom 6. bis 11. Lebensjahr bei 455 € und vom 12. bis 17. Lebensjahr bei 533 €.

Hartz-IV-Satz wird erhöht

Zu den Änderungen 2022 zählt auch eine Erhöhung des Hartz-IV-Satzes.

Für alleinstehende Erwachsene beträgt dieser ab dem 1. Januar 2022 449 € (Erhöhung um 3 €).

Der Regelsatz für Jugendliche ab 14 Jahren steigt gleichermaßen um 3 € auf 376 €. Ehegatten und Partner bekommen zukünftig 404 €, Erwachsene unter 25 Jahren ohne eigenen Haushalt 360 €.

Kinder bis fünf Jahre erhalten statt den bisherigen 283 € pro Monat 285 €.

Der Hartz-IV-Satz für Sechs- bis 13-Jährige liegt in 2022 bei 311 €.

Die Pflegereform 2022

Alten- und Krankenpflege sind bekanntlich Deutschlands Sorgenkinder.

Die Pflegereform 2022 soll die zukünftige Bezahlung der Pflegekräfte nach Tarif sicherstellen. Pflegebedürftige sollen zugleich nicht finanziell überfordert werden.

Ab dem 1. September 2022 werden deshalb nur noch Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen und zur Abrechnung mit der Pflegeversicherung berechtigt, die ihre Mitarbeiter nach Tarif bezahlen.

Pflegebedürftige sollen nach mehr als 24 Monaten Pflege um 410 € entlastet werden; nach mehr als 36 Monaten sogar um 638 €.

Kinderlose müssen hingegen zukünftig 0,1 Prozentpunkte mehr für ihre Pflegeversicherung bezahlen.

Weitere Änderungen 2022

Änderungen 2021 - Was sich für deine Finanzen verändert

Das waren natürlich noch nicht alle Änderungen 2022.

Weitere finanzielle Änderungen des nächsten Jahres sind:

  • Die Renten steigen Mitte 2022 deutlich, um etwa 4 bis 6 Prozent (die genauen Anpassungssätze stehen noch nicht fest)
  • Im Gespräch ist ein 3.000 € Bonus für Pflegekräfte; die Auszahlung würde im ersten Quartal erfolgen
  • Der aufgrund der Pandemie eingeführte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird dauerhaft in Höhe von 4.008 € jährlich eingeführt
  • Der Höchstbetrag des Kinderzuschlags für Familien mit geringem Einkommen steigt am 1. Januar 2022 um 4 € auf 209 € pro Kind monatlich
  • Zum Jahreswechsel erhöht die Deutsche Post ihre Preise – Standardbriefe kosten in 2022 85 statt 80 Cent und Postkarten 70 statt 60 Cent
  • Ab Januar werden alle Getränkedosen und Einwegflaschen aus Kunststoff mit 25 Cent Pfand belegt
  • Die Beiträge zur Kfz-Versicherung werden geändert (Die Typklassen für Fahrzeuge werden neu eingestuft): Rund 7 Millionen Fahrzeughalter müssen mehr bezahlen, 4,3 Millionen profitieren von einer Vergünstigung
  • Die Anschaffungsprämie für E-Autos wird bis Ende 2022 verlängert; ein Kauf wird mit bis zu 9.000 € bezuschusst
  • Eine staatliche Förderung erhalten Käufer eines Plug-in-Hybrids ab dem 1. Januar nur noch, wenn das Modell eine Reichweite von mindestens 60 Kilometern (vorher 40) aufweist
  • Die Steuerbegünstigung für Fahrzeuge mit Autogas (LPG) endet am 31. Dezember 2022

Quellen: ndr.de, finanzen.net, focus.de

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