Das neue Jahr 2021 bringt nicht nur die gesellschaftliche Hoffnung mit sich, dass sich die Corona-Situation endlich entspannt, sondern auch diverse Änderungen, die deine persönlichen Finanzen betreffen.

Welche Änderungen 2021 deinen Geldbeutel betreffen, erfährst du im folgenden Beitrag. Zudem werden wir am Ende ein kurzes Fazit ziehen, ob sich dieses Jahr die finanzielle Situation verbessern oder verschlechtern wird.

Hier geht es zum aktuellsten Beitrag über Änderungen 2022.

Alle Änderungen 2021 im Überblick

In diesem Abschnitt stellen wir dir alle wichtigen Änderungen 2021 auf einen Blick vor:

  • Wegfall des Solidaritätszuschlags
  • Mehrwertsteuer gestiegen
  • Kfz-Steuer erhöht
  • Familien mit Kindern erhalten mehr Kindergeld
  • Grundfreibetrag angehoben
  • Höhere Steuererleichterungen für Alleinerziehende
  • Tanken und Heizen ab 2021 teurer
  • Erhöhung der Pendlerpauschale
  • Einführung der Home-Office-Pauschale
  • Mindestlohnerhöhung
  • Einführung der Grundrente
  • Ausweitung und Erhöhung Pflege-Pauschbetrag

Der Solidaritätszuschlag fällt weg

Die wohl erste positive Änderung dieses Jahrs ist das Wegfallen des Solidaritätszuschlags, kurz Soli. Ursprünglich in 1991 eingeführt als ergänzende Abgabe zur Einkommenssteuer, sollte der Soli die Mehrbelastungen des deutschen Staates aufgrund des Golfkonflikts und der deutschen Wiedervereinigung tragen. Eigentlich war diese zusätzliche Besteuerung des Einkommens auf ein Jahr befristet, hat sich aber fast 3 Jahrzehnte gehalten.

Nun fällt der Solidaritätszuschlag nach heftiger Kritik aus der Bevölkerung zumindest für den größten Teil der Bevölkerung weg. Konkret bedeutet dies, dass 90 Prozent der heutigen Steuerzahler keinen Soli mehr zahlen müssen. Für weitere 6,5 Prozent wird er zumindest zum Teil gesenkt. Der Rest, zu dem überwiegend Top-Verdiener zählen, wird weiterhin mit dem normalen Solidaritätszuschlag besteuert.

Der Wegfall des Solis ist somit eine der größten finanziellen Änderungen 2021.

Einen Haken hat das Ganze: Für Privatanleger bleibt der Solidaritätszuschlag bis auf weiteres bestehen. Das heißt auf Kapitalerträge werden neben der 25-prozentigen Abgeltungssteuer weiterhin 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag fällig.

Der Solidaritätszuschlag fällt weg - Änderungen 2021
Mit dem Jahresbeginn 2021 fällt für viele Steuerzahler der Solidaritätszuschlag weg – für Anleger bleibt er weiterhin bestehen.

Mehrwertsteuer steigt wieder auf 19 Prozent – Änderungen 2021

Nachdem im Juli 2020 die Mehrwertsteuer um drei Prozent auf 16 % und die ermäßigte Mehrwertsteuer um zwei Prozent auf 5 % verringert wurden, werden diese Änderungen zu Beginn des Jahres wieder rückgängig gemacht. Der normale Mehrwertsteuersatz liegt nun wieder bei 19 % und der ermäßigte bei 7 %.

Ursprünglich wurde diese Verringerung beschlossen, um das Konsumverhalten der Bevölkerung aufgrund von Steuer-Ersparnissen anzuregen. Dies wurde als sinnvoll erachtet, um die wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Pandemie abzufedern. Ob dies wirklich geklappt hat, ist fraglich, weshalb es in der Gesellschaft auch eine große Diskussion darüber gibt, ob diese Maßnahme überhaupt sinnvoll war.

Auf Dinge des „Grundbedarfs“ fällt nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 % an. Beispiele dafür wären: Lebensmittel, Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, öffentliche Verkehrsmittel, Eintrittskarten ins Stadion, Kino oder Theater und viele weitere Dinge.
Mehrwertsteuer steigt wieder auf 19 Prozent - Änderungen 2021
Änderungen 2021: Die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel steigt wieder auf 7 Prozent.

Erhöhung der Kfz-Steuer

Mit dem Beginn des neuen Jahres werden auch Autofahrer stärker zur Kasse gebeten. Eine durch den Bundestag beschlossene Kfz-Steuer-Reform erhöht den Steuersatz für Besitzer von neuzugelassenen Autos mit einem hohen Spritverbrauch.

Ab 2021 wird nicht mehr nur der Hubraum mit einem Sockelbetrag besteuert, sondern auch der CO2-Ausstoß deines Fahrzeugs.

Für reine Elektrofahrzeuge hingegen wurde die Steuerbefreiung bis 2025 verlängert. Es lohnt sich weiterhin, ein Elektroauto zu kaufen.

Familien mit Kindern erhalten mehr Kindergeld – Änderungen 2021

Familien mit Kindern können sich dieses Jahr über mehr Kindergeld freuen. Ab dem 01.01.2021 steigt der Anspruch für das erste und zweite Kinde auf 219 € pro Monat, vorher lag er bei 204 €. Für das dritte Kind gibt es seit diesem Jahr 225 € und für das vierte 250 €. Außerdem wird der Kinderfreibetrag von 7812 auf 8388 € angehoben.

Eltern können sich entweder für das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag entscheiden. Der Freibetrag verringert die zu zahlende Einkommensteuer und lohnt sich somit vor allem für Besserverdiener. Familien, die über ein nicht so hohes Einkommen verfügen, profitieren eher weniger von dieser Erhöhung, weil das Kindergeld mit dem Hartz IV-Satz verrechnet wird.

Allerdings besteht für Hartz IV-Familien ein Anspruch auf den Kinderzuschlag. Dieser steigt mit dem Start des neuen Jahres von maximal 185 € auf höchstens 205 €.

Erhöhung des Kindergelds - Änderungen 2021
Familien können sich freuen – ab diesem Jahr gibt es mehr Geld für die Kinder.

Grundfreibetrag angehoben

2021 startet ebenfalls mit einer Erhöhung des Grundfreibetrags, also der Grenze, ab der du überhaupt Steuern zahlen musst. Dieser Grundfreibetrag ist nun um 336 € auf 9744 € gestiegen.

Dadurch zahlen die meisten Bürger weniger Steuern und die Einkommenshöhe, ab der der 42-prozentige Spitzensteuersatz greift, steigt ebenfalls. Die neue Grenze liegt seit Beginn 2021 bei einem Jahreseinkommen von 57.919 €.

Höhere Steuererleichterungen für Alleinerziehende – Änderungen 2021

Alleinerziehende erhalten ab diesem Jahr deutlich höhere steuerliche Erleichterungen und können sich über mehr Geld freuen. Für allein stehende Elternteile mit Kindergeldanspruch erhöht sich der Entlastungsbetrag bei einem Kind von 1908 € auf 4008 €. Für jedes weitere Kind kommen 240 € obendrauf.

Höhere Steuererleichterungen für Alleinerziehende - Änderungen 2021
Zu den Änderungen 2021 zählen auch Steuererleichterungen für alleinerziehende Elternteile.

Tanken und Heizen ab 2021 teurer

Generell kannst du ab 2021 mit erhöhten Sprit-, Gas-, und Heizölpreisen rechnen, da mit Beginn dieses Jahres auch die nationale C02-Preis-Steuer eingeführt wurde.

Unternehmen, die Diesel oder Heizöl verkaufen, müssen pro Tonne Treibhausgas 25 € zahlen. Ein Anstieg dieses Preises ist im Verlauf des Jahres gar nicht so unwahrscheinlich. Deshalb könnten die Preise fürs Tanken und Heizen nochmals ansteigen.

Fürs Erste rechnet der Mineralölwirtschaftsverband damit, dass die Kosten beim Tanken um zehn bis elf Cent pro Liter steigen werden.

Erhöhung der Pendlerpauschale – Änderungen 2021

Selbst wenn es beim Heizen und Tanken teurer wird, gibt es zumindest weitere positive Veränderungen für Pendler. Diese können seit dem 01.01. ab einer Strecke von 21 Kilometer den Betrag von 35 Cent pro Kilometer geltend machen. Vorher lag dieser bei 30 Cent.

Nach Berechnungen des Steuerzahlerbunds kann man mit einem Arbeitsweg von 35 Kilometern rund 165 € mehr Entfernungspauschale zurückerstattet bekommen als bisher.

Erhöhung der Pendlerpauschale - Änderungen 2021
Ab 2021 können Pendler 35 Cent statt 30 Cent pro Kilometer geltend machen.

Einführung der Home-Office-Pauschale

Zu den Änderungen 2021 gehört auch die Einführung der sogenannten Home-Office-Pauschale.

Grund dafür ist die Corona-Pandemie, in der viele Arbeitnehmer von zuhause aus arbeiten. Da durch Home-Office für den Arbeitnehmer zusätzliche Kosten, z.B. Nebenkosten oder die Anschaffung von neuen Elektronikgeräten, entstehen, hat der Bundestag eine Home-Office-Pauschale erlassen, mit welcher die zusätzlichen Kosten abgefedert bzw. ausgeglichen werden sollen.

Ganz konkret bedeutet dies, dass du für jeden Heimarbeitstag in 2020 fünf Euro von der Steuer absetzen kannst. Aber Achtung: Die Pauschale gilt nur für bis zu 120 Tage im Home-Office, was 600 € entspricht. Außerdem wird der Betrag auf die Werbungskosten angerechnet. Nur wenn du inklusive der Home-Office-Pauschale auf über 1000 € kommst, profitierst du steuerlich.

Die Home-Office-Pauschale gilt auch für das Jahr 2021.

Mindestlohnerhöhung – Änderungen 2021

Mit dem Jahreswechsel wird auch der Mindestlohn von 9,35 € auf 9,50 € pro Stunde erhöht. Für Azubis steigt die Mindestvergütung im ersten Lehrjahr von zuvorigen 515 € auf 550 €.

Im Juli erhöht sich der Mindestlohn dann nochmals auf 9,60 € je Stunde.

Die Mindestlohnanhebung ist Teil der vierstufigen Mindestlohnerhöhung, welche am 1. Juli 2022 mit 10,45 € vollendet ist.

Einführung der Grundrente

Einführung der Grundrente - Änderungen 2021
Änderungen 2021: Rentner mit einer sehr geringen Rente können sich freuen.

Eine weitere Änderung ist die Einführung der Grundrente zum 1. Januar. Diese soll vor allen Dingen Versicherten zugute kommen, die langjährig in das Rentensystem eingezahlt haben, aber trotzdem nur eine geringe gesetzliche Rente bekommen.

Die Deutsche Rentenversicherung prüft zunächst die Ansprüche der Versicherten und verschickt die entsprechenden Rentenbescheide bis spätestens Ende 2022.

Eine Auszahlung der Grundrente für 2021 erfolgt rückwirkend.

Ausweitung und Erhöhung des Pflege-Pauschbetrags – Änderungen 2021

Auch wer seine pflegebedürftigen Angehörigen zuhause pflegt, profitiert von den Änderungen 2021. So kannst du durch den erhöhten und ausgeweiteten Pflege-Pauschbetrag in diesem Jahr noch mehr an Steuern sparen.

Die neuen steuerlichen Erleichterungen, gültig ab 2021, sehen für die folgenden Pflegegrade wie folgt aus:

  • Pflegegrad 2: 600 €
  • Pflegegrad 3: 1100 €
  • Pflegegrad 4: 1800 €
  • Pflegegrad 5: 1800 €

Fazit – Steht es um deinen Geldbeutel 2021 schlechter oder besser?

Obwohl du es vielleicht kaum glauben kannst, wird jeder Deutsche 2021 etwas mehr Geld zur Verfügung haben. Die vielen Änderungen wie die Erhöhung des Kindergeldes oder die neuen steuerlichen Erleichterungen sind ausschlaggebend dafür. Insgesamt wird das Leben in 2021 also nicht teurer, sondern eher billiger – zumindest in der theoretischen Gesamtbetrachtung.

So hast du wie jeder andere Deutsche rund zwei Prozent mehr Kaufkraft zu Verfügung, d.h. du erhältst 2 % mehr für dein Geld im Vergleich zum letzten Jahr. Dies hat eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) herausgefunden. Sofern du durchschnittlich verdienst, bekommst du in diesem Jahr 453 Euro mehr als im Vorjahr.

Wie viel du von dieser 2 prozentig-höheren Kaufkraft finanziell spüren wirst, kommt darauf an, wie hoch die Inflation ausfallen wird.

Fazit - Steht es um deinen Geldbeutel 2021 schlechter oder besser?
Die Entlastungen überwiegen.

Quellen: tagesschau.de

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